Ärztliche Weiterbildung

Facharzt für Pathologie

Der Chefarzt Prof. Dr. med. Gerald Niedobitek verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung für den Facharzt für Pathologie (72 Monate). Das Institut für Pathologie des Sana Klinikums Lichtenberg und das Institut für Pathologie des Unfallkrankenhauses Berlin sind unter gemeinsamer Leitung und arbeiten sowohl auf technischer als auch auf personeller Ebene zusammen. In den beiden Einrichtungen ist eine Weiterbildung in der gesamten Breite des Faches Pathologie gewährleistet. Prof. Niedobitek verfügt über die Fakultative Weiterbildung „Molekularpathologie“, so dass auch auf diesem Gebiet eine fundierte Weiterbildung statt findet.

Zielsetzung
Ziel der Weiterbildung zum Arzt für Pathologie im Institut für Pathologie, Sana Klinikum Lichtenberg/Unfallkrankenhaus Berlin, ist die umfassende Ausbildung in allen wesentlichen Aspekten des Fachs, einschließlich der Molekularpathologie. Die auszubildenden Ärzte sollen in die Lage versetzt werden, eigenständig auf der Basis eingehender theoretischer Kenntnisse und umfassender praktischer Erfahrung eine Diagnostik auf qualitativ hohem Niveau zu leisten.

Struktur der Weiterbildung
Die Weiterbildung im Fach Pathologie gliedert sich in eine Basisweiterbildung von 24 Monaten und in eine Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie von weiteren 48 Monaten. Danach sind die folgenden Richtzahlen nachzuweisen:

  • 200 Obduktionen, einschließlich histologischer Aufarbeitung, Dokumentation und epikritischer Bewertung,
  • 15.000 histopathologische Untersuchungen aus verschiedenen Fachgebieten, einschließlich der Dermatohistopathologie sowie molekularpathologischer Analysen mittels PCR und in situ Hybridisierung
  • 500 intraoperative Schnellschnittuntersuchungen
  • 10.000 zytopathologische Untersuchungen aus verschiedenen Gebieten, einschließlich der gynäkologischen Zytologie.

Die Aufführung von bestimmten Ausbildungsgegenständen in einem Jahr (s.u.) bedeutet, dass in diesem Jahr eine systematische Ausbildung in diesem Bereich beginnt und nicht, dass diese Ausbildung auf dieses Ausbildungsjahr beschränkt ist. Gelegenheit zur Spezialisierung nach Interessengebiet besteht auf Wunsch in den letzten beiden Ausbildungsjahren.

1. Jahr
  • Rechtliche Grundlagen
  • Fotodokumentation, Asservierung von Untersuchungsmaterial für ergänzende Untersuchungen
  • Durchführung von Obduktionen
  • Zuschnitt von Operationspräparaten
2. Jahr
  • Durchführung von Obduktionen
  • Zuschnitt von Operationspräparaten
  • Befundung von Operationspräparaten aus verschiedenen Gebieten
  • Extragynäkologische Zytopathologie
  • Einführung in die Schnellschnittdiagnostik
  • Einführung in die Immunhistologie
  • Einführung in die Molekularpathologie (ukb)
3. Jahr
  • Obduktion von Feten und Plazenta-Zuschnitt
  • Durchführung von Obduktionen
  • Zuschnitt von Operationspräparaten
  • Befundung von Operationspräparaten
  • Befundung von Präparaten aus der kleinen Chirurgie (Appendix, Gallenblasen etc.)
  • Uropathologie
  • Pathologie des Gastrointestinaltrakts
4. Jahr
  • Durchführung von Obduktionen
  • Zuschnitt von Operationspräparaten
  • Befundung von Operationspräparaten (kleine und große Chirurgie)
  • Zytopathologie
  • Gynäkopathologie einschließlich Mammapathologie (SKL)
  • HNO/MKG-Pathologie (ukb)
  • Hepatopathologie (SKL, ukb)
  • Pathologie der endokrinen Organe (SKL, ukb)
  • Praktische Durchführung und Auswertung von in sit
  • Hybridisierungen
5. Jahr
  • Schnellschnittuntersuchungen
  • Dermatopathologie (SKL, ukb)
  • Lymphknoten- und Hämatopathologie (SKL, ukb)
  • Pathologie des Bewegungsapparates (ukb)
  • Pathologie der Lunge und der oberen Atemwege (SKL, ukb)
  • Gynäkologische Zytologie
  • Durchführung klinisch-pathologischer Konferenzen
  • Praktische Durchführung und Auswertung von PCR
  • Untersuchungen, z. B. zur Mykobakteriendiagnostik und zur Klonalitätsbestimmung in der Lymphknotenpathologie
6. Jahr
  • Qualitätsmanagement (Akkreditierung, Zertifizierung, Prüflisten)
  • Leistungsabrechnung
  • Befundung von Präparaten aus allen Fachgebieten zur individuell gesteuerten Komplettierung der Ausbildung
  • Durchführung klinisch-pathologischer Konferenzen
  • Facharztprüfung

Fortbildungsveranstaltungen
Unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterbildung ist die regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen der Berliner Gesellschaft für Pathologie. Hierzu zählen die monatlichen wissenschaftlichen Sitzungen und insbesondere das zweimal im Jahr statt findende Histologische Kolloquium. Die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen der Internationalen Akademie für Pathologie wird erwartet und vom Institut nach Möglichkeit finanziell unterstützt. Die Teilnahme an den Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie ist erwünscht, und wird bei aktiver Teilnahme (Vortrag, Posterpräsentation) ebenfalls im Rahmen der Möglichkeiten finanziell unterstützt..

Die folgenden Fortbildungsveranstaltungen finden an den beiden Ausbildungsstandorten statt. Die Teilnahme ist für die Weiterbildungsassistenten am jeweiligen Standort Pflicht.

  • Gemeinsame Fortbildung der Institute
    jeden 1.Montag im Monat von 16.30 bis 17.30 Uhr
  • Konferenz des Brustzentrums, SKL
    jeden Montag von 14.00 bis 15.00 Uhr
  • Tumorkonferenz, SKL
    jeden Mittwoch von 14.30 bis 15.30 Uhr
  • Hämatologisch-onkologische Konferenz, ukb
    jeden Donnerstag von 08.30 bis 09.30 Uhr
  • Interdisziplinäre Fortbildung, ukb
    jeden Montag von 08.15 bis 09.00 Uhr

Wissenschaftliche Tätigkeiten
Eine wissenschaftliche Tätigkeit ist integraler Bestandteil der Weiterbildung. Nur hierdurch wird ein kritischer Umgang mit Lehrbuchwissen und eine eigenständige Bewertung und Einordnung wissenschaftlicher Veröffentlichungen ermöglicht. Nach Absprache mit dem Institutsdirektor verfolgen die Weiterbildungsassistenten eigene wissenschaftliche Projekte unter Anwendung moderner immunhistologischer und molekularbiologischer Methoden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeiten ist die eigenständige Durchführung von relevanten Laborarbeiten. Auf diese Weise wird die Weiterbildung in der Molekularpathologie unterstützt. Die Präsentation von Ergebnissen bei Kongressen und die Veröffentlichung von wesentlichen Daten sind dabei selbstverständlich. Ziel eines jeden neu eingestellten Assistenten sollte eine abgeschlossene Promotion sein. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit, während der Tätigkeit in unserem Institut zu promovieren.

Dokumentation des Ausbildungsstandes 
Zur Überprüfung des Ausbildungsfortschritts wird jährlich ein Gespräch des Arztes in Weiterbildung mit dem Institutsleiter stattfinden und im Logbuch dokumentiert. Im Rahmen dieses Gesprächs werden Zielsetzungen für den nächsten Weiterbildungsschritt gesetzt werden. Der Fortschritt der Weiterbildung wird im Logbuch gemäß der Weiterbildungsordnung 2004 der Landesärztekammer Berlin dokumentiert.