Medizinische Schwerpunkte

Schlafmedizin

In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin gibt es seit Oktober 2001 ein von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) zertifiziertes Kinderschlaflabor. Jährlich werden derzeit über 300 Kinder aller Altersklassen und z.T. junge Erwachsene (bei angeborenen chronischen Erkrankungen) untersucht und behandelt.

Das "Kernstück" der schlafmedizinischen Untersuchung ist die Polysomnographie. Diese beinhaltet die gleichzeitige kontinuierliche Registrierung einer Vielzahl von Biosignalen (bis zu 20 Kanäle pro Untersuchung) für die Dauer einer Nacht oder in einigen Fällen für zwei Nächte. Die Biosignalauswahl richtet sich nach der zu diagnostizierenden Erkrankung, schließt in jedem Fall die Untersuchung der Hirnströme, der Herztätigkeit, der Atmung, der Sauerstoffsättigung und der Muskelspannung ein. Die Polysomnographie ist ein wertvolles Diagnostikinstrument für eine Vielzahl pädiatrischer Erkrankungen. Je nach Fragestellung werden im Rahmen des stationären Kurzaufenthaltes neben der Polysomnographie zusätzliche Untersuchungen (Ultraschall, Röntgen, Lungenfunktion, Endoskopien, psychologische Exploration und Leistungsdiagnostik, Einsatz standardisierter Fragebögen) veranlasst.

Übersicht über die Indikationen für eine Schlaflaboruntersuchung:

  • Atmungsstörungen im Schlaf (zentrales und obstruktives Schlafapnoesyndrom, Hypoventilationssyndrome)
  • Fehlbildungssyndrome mit Atmungsstörungen (z.B. Thoraxdeformitäten, Dysgnathien, Pierre-Robin-Sequenz, Trisomie 21)
  • chronische therapieresistente Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Tonsillenhyperplasie, adenoide Vegetationen
  • kongenitale Herzfehler, bradykarde und tachykarde Herzrhythmusstörungen
  • schlafbezogene Epilepsien
  • Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Hyperaktivität), Konzentrationsstörungen unklarer Genese
  • Enuresis nocturna
  • Dyssomnien, Parasomnien, gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • neuromuskuläre und neurodegenerative Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Mucopolysaccharidosen)
  • gastro-ösophagealer Reflux
  • SIDS-Risiko (plötzlicher Kindstod)