Kardiologie

Patienten-Informationen

Wir haben für Sie einen kleinen Leitfaden zu den Themen Herz, Herzinfarkt und Koronare Herzerkrankungen erstellt. Sie finden hier Antworten auf Fragen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden. Falls Sie auch wissen möchten, was hinter den einzelnen medizinischen Fachbegriffen steckt, werfen Sie einfach einen Blick in unsere „Kardiologie-Begriffe von A-Z“.  Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Anatomie des Herzens

Das Herz funktioniert nach dem Prinzip einer Druck- und Saugpumpe. Es besteht aus zwei Herzhälften, dem rechten und dem linken Herzen. Sauerstoffarmes Blut wird aus dem Körper kommend von der rechten Herzhälfte zur Lunge gepumpt und dort mit Sauerstoff angereichert. Danach kommt das sauerstoffreiche Blut wieder zum Herzen in die linke Herzhälfte zurück und wird von dort aus durch den gesamten Körper gepumpt.

So werden alle Organe mit Sauerstoff versorgt, indem sie sich je nach Bedarf eine entsprechende Menge entnehmen. Der Herzmuskel benötigt, um diese Pumpleistung ausüben zu können, ebenfalls eine konstante Menge an Blut und Sauerstoff. Die Versorgung des Herzmuskels erfolgt über die so genannten Herzkranzgefäße (Koronararterien), die direkt oberhalb des Herzens aus der Hauptschlagader (Aorta) als erste Gefäße entspringen.

Die Herzkranzgefäße sind die Gefäße, die das Herz selber mit Blut und Sauerstoff versorgen. Sie entspringen aus der Hauptschlagader als erste Gefäße oberhalb des Herzens. Kommt es zu einer Verengung dieser Gefäße oder gar zu einem Verschluss, wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Die Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff verursacht vor allem bei Belastung ausstrahlende Schmerzen in der Brustregion sowie Schulter- und Oberbauchregion, verbunden mit einem Angstgefühl, wir Ärzte nennen dies Angina pectoris.

Bei sehr hochgradigen Verengungen oder bei Verschlüssen von Kranzgefäßen treten diese Beschwerden auch schon in Ruhe auf. Es kann zur Ausbildung eines Herzinfarktes kommen, d. h. zu einem unwiderruflichen Absterben von Herzmuskelgewebe mit Ausbildung einer Narbe.

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt entsteht also, wenn ein Herzkranzgefäß, das den Herzmuskel selbst mit Blut versorgt, plötzlich durch ein Blutgerinnsel oder andere Ursachen verschlossen wird. Die Folge: Ein bestimmter Bereich des Herzmuskels wird nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und wird mit voranschreitender Zeit zunehmend geschädigt.

Der Herzinfarkt ist in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Jährlich sterben mehr als 200.000 Menschen am so genannten Myokardinfarkt. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere die Zeit vom Auftreten der ersten Symptome bis zum Beginn der Behandlung entscheidet über das weitere Schicksal des Infarktpatienten. Je schneller eine wirksame Behandlung einsetzt, umso geringer ist die Sterblichkeitsrate. Während nach dem Eintreffen im Krankenhaus heute weniger als zehn Prozent der Patienten versterben, sind dies auf dem Wege dorthin noch immer bis zu 30 Prozent.

Symptome

  • Schmerzen (meist dumpfer Schmerz, Patienten erzählen von einem "Mühlstein auf der Brust", als sei ein "Eiserner Ring um die Brust gelegt", Engegefühl und Schmerzausstrahlung in den Hals oder Unterkiefer, eine oder beide Arme sowie in den Rücken zwischen die Schulterblätter, aber auch in die Magengegend),
  • Angstgefühl – Vernichtungsgefühl (siehe auch Akutes Koronarsyndrom),
  • schneller Puls – Herzrasen, aber auch zum Teil sehr langsamer Puls,
  • Kaltschweißigkeit und Blässe,
  • häufig Atemnot,
  • manchmal Bewusstlosigkeit und Kreislaufzusammenbruch (kein fühlbarer Puls, nicht messbarer  Blutdruck).

Oft tritt nur eines oder wenige dieser Symptome auf, gelegentlich gibt es auch Herzinfarkte, die sich ohne jegliche vom Patienten selbst empfundene Symptome äußern. Dies ist insbesondere bei zuckerkranken Patienten (Diabetes mellitus) zu beobachten, da in diesen Fällen eine verminderte Schmerzempfindlichkeit des Herzmuskels vorliegt.

Ursachen

Die Ursache des akuten Myokardinfarktes ist in den allermeisten Fällen eine Verengung beziehungsweise ein Verschluss einer Herzkranzarterie in Folge von Gefäßverkalkungen und der Ablagerung bestimmter Blutfette (Cholesterin). In einer kleinen Zahl von Fällen, insbesondere bei jungen Patienten, kann ein Myokardinfarkt auch ohne das Vorliegen einer solchen koronaren Herzerkrankung vorliegen. Meist handelt es sich dabei um langanhaltende krampfartige Verengungen eines Herzkranzgefäßes.

Untersuchungsmethoden

Neben der Krankengeschichte und der Untersuchung des Patienten durch den Arzt sind die wichtigsten und schnell beziehungsweise überall verfügbaren Untersuchungsmethoden die Herzstromkurve (EKG), bestimmte Laborwerte, die frei werdende Herzmuskelbestandteile im Blut nachweisen, und in einzelnen Fällen auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Darüber hinaus zeigt sich natürlich auch im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung das verschlossene Gefäß und der verlangsamte oder völlig stagnierende Blutfluss.

Koronare Herzkrankheiten

Die Koronare Herzkrankheit ist eine akute oder chronische Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße, die sich als Angina Pectoris äußert, und zur Herzschwäche, zum akuten Herzinfarkt oder zum Sekundenherztod führen kann.

Symptome

  • Angina-Pectoris-Anfall (Brustenge),
  • Angstgefühl, Vernichtungsgefühl,
  • schneller Puls - Herzrasen, aber auch zum Teil sehr langsamer Puls,
  • Kaltschweißigkeit und Blässe,
  • Kurzatmigkeit.

Ursachen

Die Möglichkeit einer infektiösen Erkrankung als Ursache wird momentan diskutiert. Einige Faktoren scheinen einen besonders negativen Einfluss auf die Durchblutung der Herzkranzgefäße zu haben. Meiden Sie deshalb insbesondere diese Risiken:

  • Rauchen: reduziert den Sauerstoffgehalt des Blutes, erhöht die Plaquebildung der Gefäße,
  • Bluthochdruck: ständige Mehrbelastung des Kreislaufsystems, erhöht Plaquebildung und   Verletzungsgefahr der Gefäße,
  • Erhöhte Blutfette: erhöhte Cholesterinwerte begünstigen Plaquebildung in den Koronarien,
  • Übergewicht: Mehrbelastung des Kreislaufsystems,
  • Stress: verursacht hohen Blutdruck und Herzrasen,
  • Diabetes mellitus: schädigt die Blutgefäße und erhöht den Cholesterinspiegel des Blutes.

Untersuchungsmethoden

Neben der Krankengeschichte und der Untersuchung des Patienten durch den Arzt sind die wichtigsten Untersuchungsmethoden die Herzstromkurve (EKG) und das Belastungs-EKG.

Zur Sicherung der Diagnose ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie), gegebenenfalls eine Myokardszintigraphie und eine Angiographie nötig.

Behandlung der Koronaren Herzkrankheit

Die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit zielt auf eine Verbesserung der Durchblutung der Herzgefäße und auf die Entlastung des Herzens hin. Die bekanntesten medikamentösen Behandlungen sind die Verabreichung von

  • Nitraten,
  • Beta-Blockern, senken Herzfrequenz und Blutdruck, vermindern Schlagkraft des Herzens,
  • Kalziumantagonisten, erweitern die Koronargefäße und senken den Blutdruck,
  • Acetylsalicylsäuren, beugen Plaquebildung vor, verdünnen das Blut.
Kardiologie-Begriffe von A-Z

Abdomen
Bauchraum

Ablation 
Durchtrennung von elektrischen Leitungsbahnen am Herzen mittels elektrischer Energie

ACE-Hemmer
Modernes Medikament zur Blutdrucksenkung. Wirkt darüber hinaus auch in anderen Regelkreisen und bietet damit zusätzlichen Schutz vor Umbauvorgängen am Herzen.

Akutes Koronarsyndrom
Akute Minderversorgung des Herzmuskels, die sich meist als Angina-pectoris-Symptomatik äußert. Das Syndrom kann in einem Infarkt münden.

Aneurysma
Wandaussackung eines Gefäßes

Angina pectoris
Schmerzen in der Brust, die durch Mangelversorgung des Herzens mit Sauerstoff hervorgerufen werden

Angioplastie
Gefäßrekonstruktion (Aufweitung) durch interventionelle Technik

Antikoagulation
Hemmung der Blutgerinnung

Aorta
Unmittelbar aus der linken Herzkammer entspringende Hauptschlagader des menschlichen Körpers

Aorta ascendens
Aufsteigender Teil des Aortenbogens

Aortenaneurysma
Aussackung aller Wandanteile der Aorta

Aortendissektion
Einriss der innersten Wandschicht der Aorta mit Bildung eines zweiten "falschen" Lumens innerhalb der Aortenwand

Aortenklappe
Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Aorta

Aortenruptur
Riss der Aorta

Aortenklappenstenose
Verengung durch Kalkablagerungen an der Aortenklappe

Arrhythmien
Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus

Arterien
Allgemein alle vom Herzen wegführenden Blutgefäße

Arteriosklerotische Plaque
Aus Fetten, Cholesterin und anderen Substanzen bestehende Einlagerung in Gefäßwänden, die zur Einengung des betreffenden Blutgefäßes führt

Arteriosklerose
Verengung der Arterien durch Wandablagerungen und Umbauten innerhalb der Gefäße

AV-Knoten
Teil des Reizleitungssystems des Herzens; für die Überleitung der Erregung von den Vorhöfen auf die Herzkammern verantwortlich