Innere Medizin I: Schwerpunkt Gastroenterologie

Patienten-Informationen

Falls Sie Fragen zu unseren Untersuchungen haben sollten, beraten wir Sie gerne. Hier erfahren Sie Näheres zu den häufigen Untersuchungen der Gastroenterologie:

Gastroskopie/Intestinoskopie

(Speiseröhren-, Magen- und Dünndarmspiegelung)

Bei einer Magenspiegelung wird der Magen von innen mit Hilfe eines dünnen flexiblen Endoskops (Durchmesser 5,9 - 10 mm) untersucht.

Das Endoskop wird durch den Mund in die Speiseröhre, in den Magen und den Zwölffingerdarm eingeführt. Moderne hochauflösende Videoendoskope ermöglichen eine hohe Abbildungsqualität (Bildvergrößerung, Färbung), gezielte Gewebeentnahmen (Biopsie) und endoskopische Therapien.

Eine Magenspiegelung wird durchgeführt bei:

  • wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwür
  • Magenpolypen
  • Blutungen
  • schmerzhaftes Sodbrennen (Refluxkrankheit)
  • Früherkennung von Magenkrebs, Tumornachsorge

Zur Untersuchung muss der Patient nüchtern erscheinen. Vor der Untersuchung erfolgt auf Wunsch die Gabe einer Beruhigungsspritze, so dass der Patient während der Untersuchung  ruhig schläft. Die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) ist schmerzlos. Die Spiegelung selbst dauert nur wenige Minuten. Nach der Untersuchung wird sofort ein bebilderter Befund erstellt.

Im Rahmen einer Magenspiegelung  sind auch endoskopische Operationen möglich: Abtragung von Polypen, Entfernung von Krebs-Frühformen, Verödung von Krampfadern in der Speiseröhre, Blutstillung, Symptomlinderung bei fortgeschrittenen Tumoren. Diese Eingriffe sind jedoch nur unter stationären Bedingungen möglich und werden vorher ausführlich mit den Patienten besprochen. In unserer Abteilung werden pro Jahr ca. 3.500 Gastroskopien durchgeführt, davon sind ca. 450 Behandlungen, bzw. Operationen.

Koloskopie

Die Koloskopie (Dickdarmspiegelung) ist die wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung zur Früherkennung und Diagnose von Darmkrebs.

Sie erfolgt mit Hilfe eines flexiblen dünnen Endoskops, das durch den After in Mastdarm und weiter in den Dickdarm eingeführt wird. Dadurch ist es möglich, den Dickdarm bis in die untersten Abschnitte des Dünndarms zu untersuchen. Hochauflösende Video-Endoskope und der Einsatz von speziellen Färbetechniken (Chromoendoskopie) ermöglichen das Auffinden auch kleinster verdächtiger Veränderungen im gesamten Dickdarm und den unteren Anteilen des Dünndarms, mit modernen elektronischen Techniken können zusätzliche Vergrößerungen, Strukturanalysen und Gefäßdarstellungen erfolgen. Während der Untersuchung können schmerzlos gezielt Gewebeproben (Biopsie) entnommen, Polypen entfernt und endoskopische Operationen durchgeführt werden.

Eine Koloskopie wird durchgeführt bei:

  • Blut im Stuhl oder positivem Test auf verstecktes Blut
  • Dickdarmpolypen (Vorstufen von Darmkrebs)
  • Darmgeschwülsten, Darmkrebs, familiäre Belastungen
  • anhaltender Durchfall (Diarrhoe)
  • Entzündung der Darmschleimhaut (Divertikulitis)
  • Verdacht auf chronische Darmentzündung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).

Ab dem 56. Lebensjahr sollte auch bei fehlenden Beschwerden eine Koloskopie zur Krebsvorsorge (Vorsorgekoloskopie) durchgeführt werden. Frühformen des Darmkrebses und seine Vorstufen können - im Gegensatz zu anderen Tumorarten - frühzeitig festgestellt und geheilt werden. 

Durchführung der Untersuchung

Damit das Darminnere richtig beurteilt werden kann, muss der Darm zuvor gut gereinigt und von Speise- und Stuhlresten befreit sein. Dies ist für eine erfolgreiche, aussagekräftige Darmspiegelung sehr wichtig. Am Tag vor der Untersuchung muss ein Abführmittel eingenommen und anschließend sehr viel getrunken werden. Vor der Untersuchung erfolgt die Gabe einer Schmerz- und Beruhigungsspritze, so dass der Patient während der Untersuchung in einen Dämmerschlaf versetzt  wird und von möglichen Unannehmlichkeiten nichts wahrnimmt.

Das biegsame Koloskop wird durch den After in den Enddarm eingeführt und durch den gesamten Dickdarm bis in die untersten Abschnitte des Dünndarms vorgeschoben. Beim langsamen Zurückziehen des Endoskops betrachtet der Arzt aufmerksam die Darmschleimhaut in allen Abschnitten des Darmes.

Werden während der Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt, müssen kleine Gewebeproben, die feingeweblich untersucht werden, entnommen werden. Dies ist schmerzlos. Sollten sich Polypen zeigen, so können diese mit einer Drahtschlinge elektrisch abgeschnitten werden. Auch dies ist schmerzlos. Die Darmspiegelung dauert etwa 30 Minuten. Nach der Untersuchung wird sofort ein bebilderter Befund erstellt. Unser erfahrenes Endoskopie-Team führt pro Jahr ca. 2.900 Koloskopien durchgeführt, davon sind 750 mit Polypabtragung.

Videokapselendoskopie

Die Videokapselendoskopie ermöglicht die vollständige Untersuchung des Dünndarms. Dafür wird eine Darmreinigung am Abend vor der Untersuchung mit 2 Litern Flüssigkeit vorgenommen. Am Untersuchungstag wird die 11x26mm große Kapsel mit einem Schluck Wasser eingenommen. Die Kapsel wandert anschließend mit der körpereigenen Peristaltik durch den Magen-Darm-Trakt und wird nach ca. 12 Stunden bis 7 Tage später wieder ausgeschieden. Die Videokapsel nimmt aus dem Darmlumen Fotos auf und sendet diese an einen Datenrekorder. Diese Bilder werden anschließend ausgelesen und als Video beurteilt.

Typische Indikationen für diese Untersuchung sind:

  • Suche einer Blutungsquelle im Dünndarm
  • Diagnostik bei V.a. Dünndarmtumoren
  • Zöliakie
  • V.a. Morbus Crohn

Krankhafte Veränderungen müssen anschließend gegebenenfalls mit einer tiefen Dünndarmspiegelung behandelt werden.

Die Untersuchung dauert ca. 9 Stunden, eine stationäre Aufnahme ist für diese Untersuchung notwendig.

ERCP

(Endoskopische Gallengangs- und Bauchspeicheldrüsengangdarstellung)

Die Endoskopische Retrograde Cholangio-Pankreatographie (ERCP)  ist eine Untersuchung der Gallen - und Bauchspeicheldrüsengänge mit Hilfe eines Endoskops und einer Röntgenuntersuchung. Das Endoskop wird bis in den Zwölffingerdarm eingeführt. Über das Endoskop wird ein dünner Plastikkatheter in die Mündung des Gallengangs und/oder Bauchspeicheldrüsengangs eingeführt (Papille) und ein Röntgenkontrastmittel eingespritzt. Die ERCP gewährleistet eine sehr gute Feinbeurteilung und ermöglicht endoskopische Operationen anstelle chirurgischer Behandlungen (Entfernung von Gallengangssteinen, Erweiterung von Gangverengungen/Stenosen, Beseitigung von Gallengangsverschlüssen, Drainage von Bauchspeicheldrüsenzysten).

Eine ERCP wird durchgeführt bei:

  • Gallengangsverschluss mit Gelbsucht (Gallensteine, gut- und bösartige Engstellen)
  • akuter Gallengangs- und Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Verdacht auf Gallensteine
  • Gallekoliken
  • Hinweis auf eine Abflussstörung der Galle
  • Verdacht auf Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengeschwülste/Tumor
  • chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung und deren Komplikationen (Bauchspeicheldrüsengangsteine, Engstellen und Zysten)

Durchführung der Untersuchung

Vor der Untersuchung erfolgt die Gabe eines starken Schlaf- und Schmerzmittels, so dass der Patient in der Regel tief schläft. Der Kreislauf wird kontinuierlich überwacht. Das Endoskop wird über den Mund, die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm eingeführt. Hier enden der von der Leber kommende große Gallengang und der Bauchspeicheldrüsengang an der sogenannten Papille. Durch einen dünnen Plastikkatheter, der in den Gallengang und/oder den Bauchspeicheldrüsengang eingeführt wird, erfolgt das Einspritzen von Röntgenkontrastmittel, wodurch die Gänge kontrastreich angefärbt werden und im Röntgenbild bis in feinste Verzweigungen hinein gut beurteilbar sind.

Zur Therapie bestimmter Erkrankungen durch die ERCP ist meist die Erweiterung des Ausführungsganges durch Schlitzung mit einem kleinen Elektromesser (endoskopische Papillotomie - EPT), notwendig. Bei der Papillotomie wird die Öffnung des Gallen- und/oder Bauchspeicheldrüsen-Ganges durch ein über das Endoskop eingeführtes Schneidegerät soweit erweitert, dass ein Drainageröhrchen oder Metallstent eingelegt und Steine entfernt werden können. Durch den erweiterten Zugang können auch Gewebeproben aus der Tiefe des Gangsystems entnommen oder sogar mit einem zweiten, sehr dünnen Endoskop in die Gänge hineingesehen werden (Cholangioskopie). Auch kann über ein Glasfaserkabel eine Steinzertrümmerung unter Sicht durchgeführt werden.

Die diagnostische (unkomplizierte) ERCP dauert etwa 30 Minuten (bei therapeutischen Eingriffen längere Untersuchungsdauer). Das Endoskopie-Team unserer Abteilung betreut pro Jahr ca. 1.300 ERCP, davon sind etwa 1.100 mit therapeutischem Eingriff.

PTC

Die perkutane transhepatische Cholangiographie ist eine Untersuchung der Gallenwege, bei der unter Röntgendurchleuchtung eine sehr dünne Nadel in die Gallenwege vorgeschoben wird. Nach Einspritzen eines Röntgenkontrastmittels können die Gallenwege innerhalb und außerhalb der Leber und Abfluss des Kontrastmittels in den Dünndarm dargestellt werden. Nach Einlage von Drainagekathetern kann die Galle auch längerfristig nach außen oder innen abgeleitet werden. Es können Steine entfernt, Engstellen überbrückt und die Gallengänge inspiziert werden (Cholangioskopie).

Die Methode wird bei endoskopischer Nichterreichbarkeit der Gallengangseinmündung in den Zwölffingerdarm (Papille), insbesondere nach großen Oberbauchoperationen, und zur Ergänzung der ERCP eingesetzt werden. Die Untersuchung erfolgt unter sterilen Bedingungen nach Gabe eines starken Schmerz- und Schlafmittels.

Nach lokaler Betäubung wird durch die seitliche Brustwand zwischen den Rippen eine Punktionsnadel in die Gallenwege vorgeschoben. Nach Gabe von Röntgenkontrastmittel und erfolgreicher Darstellung der Gallenwege können über den Punktionsweg dünnere oder dickere Katheter über die Gallenwege bis in den Dünndarm vorgeschoben und die notwendigen Behandlungen vorgenommen werden. Läuft die Galle danach in den Darm ab, kann der Katheter nach außen verschlossen werden. Ist der Galleabfluss gestört, kann die Galle nach außen in einen Beutel ablaufen oder dadurch die Linderung einer gegebenenfalls vorhandenen Gelbsucht oder einer Gallengangsentzündung erreicht werden. Je nach Indikation und Behandlungserfolg kann eine solche Katheterbehandlung ohne Nachteil für den Patienten mehrere Tage oder auch länger dauern.

Bronchoskopie

(Spiegelung der Luftwege)

Bei der Bronchoskopie handelt es sich um eine Untersuchung der Atemwege mit einem sehr dünnen flexiblen Endoskop (Durchmesser 5 mm), das einen direkten Einblick in den Kehlkopf, die Luftröhre und die Bronchien ermöglicht. Neben der Spiegelung können durch das Bronchoskop auch Gewebs- oder Zellproben und Schleim aus den Atemwegen zur Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen werden.

Eine Bronchoskopie wird durchgeführt

  • bei Verdacht auf Tumor/Lungenkrebs
  • zur Erfassung von Krankheitserregern, Diagnose von allergischen und Krankheiten und Bronchialwäsche mittels Sekretabsaugung
  • zum Entfernen von eingeatmeten Fremdkörpern (Fremdkörperaspiration)
  • bei Stimmbandlähmung
  • zur Blutstillung und Tumorbehandlung mittels Elektro- oder Lasertherapie
  • zur Stentimplantation bei tumorbedingten Verengungen der Bronchien

Durchführung der Untersuchung

Vor der Untersuchung  wird mit einem Spray die Schleimhaut des Nasen-Rachenraums, des Kehlkopfes und der großen Bronchien örtlich betäubt. Zusätzlich erfolgt die Gabe eines Schlafmittels. Nach Einführen durch die Mundöffnung kann das flexible Bronchoskops bis in Bronchialäste von nur wenigen Millimetern Durchmesser vorgeschoben werden. Über den Instrumentierkanal des Bronchoskops können mit Bürsten (Bürstenabstrich), Zangen (Zangenbiopsie) und Absaugkathetern (Saugbiopsie) Gewebsteile, Schleim und Spülmaterial zur feingeweblichen und bakteriologischen Untersuchung entnommen werden. Die Untersuchung dauert ca. zehn bis 15 Minuten.

Das Endoskopie-Team unserer Abteilung führt pro Jahr ca. 500 Bronchoskopien durch.

Endosonographie des Magen-Darm-Traktes

(Endoskopischer Ultraschall)

Die Endosonographie beinhaltet die Kombination der Endoskopie mit dem Ultraschall. An der Spitze des Endoskopes ist ein kleiner Ultraschallkopf befestigt. Kleine Befunde im Magen-Darm-Trakt und Befunde neben den Strukturen des Magen-Darm-Traktes können im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren mit hoher Auflösung und Vergrößerung dargestellt werden. Es ist möglich, die fünf Schichten der nur 3-4 mm dicken Wände im Gastrointestinaltrakt abzugrenzen. Unter endosonographischer Sicht kann man raumfordernde Befunde mit einer Nadel punktieren und so zytologisch (mikroskopische Untersuchung der gewonnene Gewebeprobe) zuordnen. Die Endosonographie ist wichtig für die Weichenstellung der weiteren Behandlung insbesondere bei Tumorerkrankungen.

Eine Endosonographie wird durchgeführt zur

  • Stadieneinteilung (TNM-Klassifikation) von Tumoren in der Speiseröhre, im Magen und im Enddarm
  • Beurteilung der Wandschichtung und von Lymphknoten in der Umgebung des Organes
  • Beurteilung von Tumoren, die in der Wand des Magen-Darm-Traktes wachsen (Gastrointestinale Stromatumore)
  • Darstellung kleiner Tumore in der Bauchspeicheldrüse
  • Beurteilung und Punktion von Tumoren der Bauchspeicheldrüse und umliegender Lymphknoten
  • Darstellung der Tiefenausdehnung von Tumoren der Papilla Vateri (Einmündungsstelle des Gallen – und Bauchspeicheldrüsenganges im Zwölffingerdarm)
  • Suche nach kleinen Steinen im Gallengang, wenn die Indikation zur ERCP (Gallenwegsspiegelung) diesbezüglich nicht eindeutig ist
  • Punktion unklarer Raumforderungen und Lymphknoten neben der Speiseröhre bei Erkrankungen im Brustkorb
  • Entlastung von Bauchspeicheldrüsenzysten

Durchführung der Untersuchung

Die Untersuchung des oberen Magen-Darm-Traktes erfolgt nüchtern, die des Enddarmes nach Einlauf. Wie vor allen endoskopischen Untersuchungen erhalten die Patienten eine Beruhigungsspritze. Komplikationen treten in der Regel nicht auf.

Langzeit-pH-Metrie

Bei der Langzeit-pH-Metrie handelt es sich um eine Säurekonzentrationsmessung in der Speiseröhre oder im Magen. Über eine kleine Sonde wird der pH-Wert im Magen und/oder in der Speiseröhre gemessen. So erhält der Arzt Aufschluss über die Säurekonzentration im oberen Verdauungstrakt in Abhängigkeit von verschiedenen Tageszeiten, Körperlagen, Mahlzeiten und den von Ihnen dabei geschilderten Beschwerden (Sodbrennen, Herzschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit, Völlegefühl, Husten, Erbrechen u.ä.).

Das Gerät, das den Patienten zum Zwecke dieser hochspezialisierten Untersuchung über 24 Stunden „begleitet“, ist ein kleines Wunderwerk der Technik. Es hat ungefähr die Größe eines Walkmans oder MP3-Players und misst alle vier Sekunden den pH-Wert an drei verschiedenen Orten im Magen und/oder in der Speiseröhre und erlaubt so die minutiöse Überwachung der Säurekonzentration in diesen Organen.

Eine Langzeit-pH-Metrie wird eingesetzt zur Bestätigung oder Ausschluss einer gastroösophagialen Refluxkrankheit mit typischen (saures Aufstoßen, Sodbrennen) oder atypischen (chronisch persistierender Husten, chronische Kehlkopfentzündung, chronische Bronchitis, unklare Schmerzen hinter dem Brustbein) Refluxsymptomen.

Durchführung der Untersuchung

Etwa fünf Tage vor dieser Untersuchung sollten keine Medikamente eingenommen werden, die die Säuresekretion des Magens hemmen. Am Tag der Untersuchung wird eine dünne Messsonde über ein Nasenloch vorsichtig über die Speiseröhre in den Magen geschoben und mit einem kleinen Pflaster an der Nase befestigt. Diese Prozedur wird von unseren erfahrenen Ärzten vorgenommen. Nachdem die Referenzelektrode an der Brustwand befestigt und die Sonde mit dem tragbaren Speichergerät verbunden ist, sollte der Patient seinen Tagesablauf wie gewohnt gestalten. Um die von dem Gerät kontinuierlich gemessenen Werte speziell für den einzelnen Patienten interpretieren zu können, empfehlen wir während der Untersuchungszeit ein unkompliziertes Patiententagebuch zu führen.

Spiroergometrie

Bei der Spiroergometrie handelt es sich um eine Funktionsprüfung von Lunge und Herz-Kreislauf.  Körperliche Belastung bedarf der koordinierten Zusammenarbeit des Herz-Kreislauf-Systems, der Lungen sowie der arbeitenden Muskulatur. Wegen des engen Zusammenspiels der Organsysteme können einerseits Herzerkrankungen Auswirkungen auf den Gasaustausch in der Muskulatur  und der Lungen haben, andererseits können Lungenerkrankungen Veränderungen im Herz-Kreislauf-System hervorrufen. Die Spiroergometrie misst zusätzlich zu EKG und Blutdruck das Atemminutenvolumen und den Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid Atemzug-um-Atemzug über eine Atemmaske. Es wird die maximale Sauerstoffaufnahme bei maximaler körperlicher Belastung gemessen.

Bei der Spiroergometrie wird eine definierte Leistung in Relation zu den Atemgrößen gesetzt. Eine körperliche Belastung löst eine Steigerung der Sauerstoffaufnahme und des Kohlendioxidabtransportes aus. So steigt zu Beginn der Belastung die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxid-Abgabe.

Nach einer Leistungssteigerung (allgemein oberhalb von 100-150 Watt) erreicht man eine Schwelle, an der die Energiebereitstellung für den Muskel nicht mehr nur über Sauerstoff, sondern auch auf einem anderen Stoffwechselweg erfolgt. Die Kohlendioxidabgabe ist jetzt größer als die Sauerstoffaufnahme. Die Folge ist eine Steigerung der Atemarbeit mit dem Ziel, das vermehrt anfallende Kohlendioxid über die Lunge abzuatmen. Unter Belastung steigt die Herzarbeit an. Die Sauerstoffaufnahme ist von der Herzleistung und dem Volumen der Einatmung abhängig. Atemarbeit wird aber auch durch das Zwerchfell und der Atemhilfsmuskulatur geleistet.

Durchführung der Untersuchung

Zunächst wird eine Atemmaske, die über Nase und Mund reicht, angepasst. Dann wird eine Blutdruckmessung, das Schreiben eines Ruhe-EKGs und die Messung der Atemgase in Ruhe vorgenommen. Nach fünfminütiger Ruhe- und Adaptationsphase beginnt die Belastungsphase, wobei zwei verschiedene Verfahren zur Anwendung kommen können: die Fahrradspiroergometrie im Sitzen oder in halbliegender Position und die Laufbandspiroergometrie. Bei beiden Verfahren wird kontinuierlich das EKG abgeleitet sowie regelmäßig der Blutdruck registriert. Über die Maske werden bei jedem Atemzug Sauerstoff und Kohlendioxid analysiert sowie die Atemfrequenz und das Atemzugvolumen bestimmt. Alle ein bis zwei Minuten erfolgt eine Belastungssteigerung bis zum Erreichen der individuellen Maximalleistung nach ca. 8 bis 12 Minuten. Der Patient wird so lange belastet, bis er symptomlimitiert abbricht. Die häufigsten Symptome sind muskuläre Erschöpfung, nicht mehr tolerable Luftnot, Brustschmerzen, Schwindel. Nach Belastungsende werden für weitere fünf Minuten alle o.g. Messgrößen erfasst. Mitunter werden vor Beginn des Belastungstests und unter maximaler Belastung zusätzlich die Blutgase bestimmt.

Bodyplethysmographie

Die Bodyplethysmographie ist eine Untersuchung der Lungenfunktion. Der Patient sitzt hier in  einer kleinen, luftdichten und volumenkonstanten Kabine von ca. 0,5-1 Quadratmetern Rauminhalt (Bodyplethysmograph), in der die Lungenvolumina gemessen werden.

Es werden Atemvolumen-Zeit-Kurven und Atemvolumen-Fluß-Kurven erstellt zur Messung von Atemwegsbehinderungen, Einschränkung der Flussreserven (obstruktiven Ventilationsstörungen), Verminderung der funktionsfähigen Lungenbläschen bzw. der Lungendehnbarkeit, Einschränkung des Fassungsvermögens der Lunge (restriktiven Ventilationsstörungen), Atemwegswiderstand (Druck, der nötig ist, um in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Menge Luft durch die Bronchien strömen zu lassen).

Eine Bodyplethysmographie wird durchgeführt

  • bei Beschwerden wie Atemnot und/oder Husten und/oder Auswurf zur Erfassung von Atemwegserkrankungen und Einschätzung des Schweregrades der Funktionsstörung,
  • zur Einschätzung der Behebbarkeit einer Bronchienengstellung (Messung vor und nach Medikamenteninhalation),
  • zur Messung der Empfindlichkeit des Bronchialsystems durch Provokationstests, z.B. durch Inhalation von kalter Luft oder Allergenen,
  • Behandlungs- und Verlaufskontrolle von Lungenerkrankungen und Dosisanpassung von Medikamenten,
  • Abschätzung des Operations- bzw. Narkoserisikos,
  • zur arbeitsmedizinischen Überwachung/Tauglichkeit (Feuerwehr, Taucher etc.).

Durchführung der Untersuchung

Während der Untersuchung muss der Patient eine Nasenklammer tragen. Das Mundstück des Gerätes wird in den Mund genommen und eng mit den Lippen umschlossen. Zu Beginn der Untersuchung atmet der Patient langsam normal ein und aus.

Anschließend wird maximal eingeatmet, um dann so schnell und so lange wie möglich durch das Gerät auszuatmen. Unter Ruhebedingungen werden so verschiedene Atemmanöver durchgeführt. Um den Widerstand der Atemwege zu messen, wird Sekundenbruchteile gegen einen kurzzeitigen Verschluss des Mundrohres geatmet. Während des Verschlusses findet ein Druckausgleich zwischen dem Lungenbläschenraum und dem Mund statt. Die Untersuchung wird zumeist dreimal durchgeführt, um Messfehler zu erkennen.