01.11.2019, Lichtenberg

Die Deutsche Herzstiftung hat ihre diesjährigen Herzwochen im November dem Motto „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ gewidmet.

Herzwochen im Sana Klinikum Lichtenberg

Vom plötzlichen Herztod (PHT) oder Sekundentod spricht man, wenn ein plötzlicher und unerwarteter Tod eintritt, der seine Ursache in einer Herzerkrankung hat. Mehr als 50.000 Menschen versterben jährlich in Deutschland außerhalb eines Krankenhauses an einem solchen plötzlichen Herztod.

„Diese Zahl ließe sich deutlich reduzieren, wenn erste Warnsignale richtig gedeutet werden würden und wenn mehr Menschen im Falle eines Falles einem Betroffenen helfen. Denn nur Nichtstun ist noch gefährlicher. Bei einem drohenden plötzlichen Herztod zählt jede Minute, und die Zeit, bis der Notarzt eintrifft, sollte unbedingt genutzt werden“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II mit Schwerpunkt Kardiologie am Sana Klinikum Lichtenberg, Dr. Olaf Göing.

Der Experte erinnert an die Grundregeln, die viele bereits schon einmal im Rahmen von Erste-Hilfe-Kursen erlernt haben, die im Notfall dann aber allzu oft nicht angewendet werden. „Anwesende können nicht viel falsch machen, außer inaktiv zu bleiben. Denn die Überlebenschance einer betroffenen Person sinkt ohne Hilfe von Minute zu Minute.“ Der Experte weist auf drei wesentliche Verhaltensregeln hin:

1.    Prüfen, ob die betroffene Person tatsächlich bewusstlos ist. Erfolgt auf Ansprechen, Anfassen und Rütteln keine Reaktion, ist sofort die Atmung zu überprüfen. Hierzu den Kopf des Bewusstlosen nach hinten legen. Ist keine oder nur eine unregelmäßige Schnappatmung zu erkennen, liegt die Gefahr eines Herzstillstands nahe.
2.    Rufen Sie Hilfe: Unter der Telefonnummer 112.
3.    Sollte die Person immer noch nicht reagieren, muss umgehend mit einer Herzdruckmassage gestartet werden. Hierzu die bewusstlose Person auf den Rücken legen und sich seitlich daneben hinknien. Den Handballen der einen Hand mittig auf dem Brustkorb auf Höhe des Brustbeins platzieren und mit der zweiten Hand am ausgestreckten Arm den Handballen der ersten Hand in schnellem Takt (etwa 100 bis 120-mal pro Minute) tief nach unten drücken. Drücken und Entlasten, Drücken und Entlasten, das ist das Entscheidende. Die Herzdruckmassage muss nicht durch eine Beatmung unterbrochen werden. Sollte ein Defibrillator vor Ort sein, sollte er jetzt aktiviert werden.

Die Herzdruckmassage sollte so lange fortgesetzt werden, bis der Patient wieder zu Bewusstsein kommt oder ein Notarzt beziehungsweise ein Krankenwagen vor Ort ist, der ihn zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus bringt.

Häufig ist der ‚Plötzliche Herztod‘ gar nicht so plötzlich. Oft träten die Symptome sogar schon einige Wochen vorher auf. „Verschiedene Studien und auch unsere Erfahrung zeigen, dass etwa jeder zweite Patient vor dem ‚Plötzlichen Herzstillstand‘ bereits Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen und Schwindel hatten, diese aber nicht als dringliche Warnsignale gedeutet haben“, erläutert Dr. Olaf Göing.

Wenn Betroffene an dieser Stelle achtsamer mit sich wären und die Symptome ernst nähmen, könnten viele Todesfälle verhindert werden. „Bei unerwarteten, deutlichen Beschwerden sollten Betroffene unbedingt den Hausarzt oder auch einen Kardiologen aufsuchen und die Symptome abklären lassen.“

Kontakt

André Puchta

Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH
Regionalleiter Unternehmenskommunikation
Pressesprecher

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